In der Gesundheitspolitik sind einige Erfolge erzielt, es ist aber noch viel zu tun!

Die Gesundheitspolitik ist immer noch mein zentrales Politikfeld, weil ich das Interesse, aber auch Sorgen der Patienten an der Basis kenne und sehr genau weiss, wo der Bevölkerung der Schuh drückt. Die Schweizerische Stiftung SPO Patientenschutz, der ich als Präsidentin vorstehe, berät über 4000 Ratsuchende pro Jahr. Wichtig ist mir eine am Patienten orientierte Sichtweise: Der Patient ist kein Kunde, sondern ein kranker Mensch, der medizinische Hilfe braucht. Die freie Marktwirtschaft kann im Gesundheitswesen nicht funktionieren. Das amerikanische System, das weitgehend den Marktkräften überlassen wird, ist das teuerste der Welt und viele Menschen verfügen immer noch nicht über einen Krankenversicherungsschutz.
Der Ärzte- und Pflegepersonalmangel ist hierzulande eine Tatsache. Trotzdem werden immer noch nicht genügend eigene Ärzte an den Universitäten ausgebildet, obwohl genügend Maturanden Medizin studieren möchten. Die Masseneinwanderungsinitiative hat uns gezeigt, dass die Bevölkerung ein Umdenken wünscht, was auch für das Gesundheitswesen gilt. Am 20.3.2014 habe ich die Parlamentarische Initiative 14.407 von engagierten Studenten der Uni St. Gallen übernommen und eingereicht: „Mehr Ausbildungsplätze in der Humanmedizin. Stopp dem drohenden Ärztemangel“

Die Krankenkassenprämien belasten den Mittelstand immer mehr, weil immer mehr Kosten den Krankenkassen zugewiesen werden. So werden beispielsweise teure Krebsmedikamente den Patienten vorwiegend ambulant verabreicht. Dadurch werden das Spitalbudget und der Steuerzahler entlastet. Die Krankenkassen hingegen müssen die Kosten zu 100 % übernehmen. Deshalb steigen die Krankenkassenprämien jährlich mehr als die allgemeine Teuerung. Um es ganz deutlich zu sagen: Die Prämien steigen nicht, weil die Behandlungskosten unverhältnismässig zunehmen, sondern weil die Kosten vermehrt auf die Prämienzahler überwälzt werden und der Steuerzahler entlastet wird. Dies ist eine fortlaufende Entsolidarisierung zu Lasten immer höherer Kopfprämien – eine Entwicklung, die endlich gestoppt werden muss.

An guten Vorschlägen, Gegensteuer zu geben und weitere Fehlentwicklungen zu verhindern, fehlt es nicht. Wenn etwa die Steuerzahler nicht nur die Hälfte der stationären Spitalaufenthalte, sondern auch der ambulanten Spitalbehandlungen bezahlen, würden die Krankenkassenprämien massiv sinken. Im Moment passiert wegen der Einführung der Fallpauschalen (DRG) aber genau das Gegenteil.

Anstehende Gesundheitspolitischen Themen, die von Bundesbern aus gesteuert werden:

Thema Meine konkrete Meinung dazu

Patienten als Endverbraucher gehören zu der unterlegenen Marktgruppe
 

Diverse Schutznormen auf Bundesebene sind deshalb nötig.
Fazit: MK Postulat Patientenrechte stärken eingegeben und angenommen 12.3100
Krankenkassenprämien senken Ambulante und stationäre Behandlungen in den Spitälern müssen gleich behandelt werden. Krankenkassen 50%, Kantone 50%
Ambulante und stationäre Leistungen müssen über das gleiche Finanzierungssystem abgegolten werden. Das erhöht die nötige Transparenz, verhindert Umgehungsmechanismen und damit intransparente Verzerrungen und kostentreibende Verlagerungen.
 
Risikoausgleich Der Wettbewerb unter den Kassen funktioniert primär über die Anreize des Risikoausgleichs, da dieser bis jetzt nicht ausreichend umgesetzt wurde. Die Risikoselektion stellt noch immer die optimale Marktstrategie dar.
Der Risikoausgleich ist zu ergänzen mit den „pharmaceutical cost groups“. Dabei werden Versicherte nach dem Verbrauch von bestimmten Medikamenten gruppiert. Das System wird in den Niederlanden erfolgreich angewandt.
Der vorgesehene modifizierte Risikoausgleich mit dem Kriterium „ Spitalaufenthalt im Vorjahr“ wird nicht ausreichen.
Fazit: Der verfeinerte Risikoausgleich mit „pharmaceutical cost groups“ ist mit der Unterstützung der GLP erreicht! MK reichte zusätzlich eine Pa.Iv. ein, damit Krankenkassen keine Vorbezahlung von teuren Medikamente mehr verlangen können. Dies Methode bietet eine weitere mögliche Risikoselektion. 13.411

 
DRG (Diagnosis releted group): diagnosebezogenen
Fallkostenpauschalen
Patienten dürfen nicht zu früh in Folgeinstitutionen verlegt werden.
Der Datenschutz muss gewährt bleiben.
Schwerkranke Patienten dürfen nicht aus Kostengründen in andere Pflegeeinrichtungen verlegt werden, wenn es der gesundheitliche Zustand noch nicht zulässt. Die Folgeeinrichtungen sind oft überfordert.
Fazit: MK Postulat zu diesem Thema eingereicht, wurde angenommen 13.4264
 
Ausbildung Ärzte/Ärztinnen Die Ausbildungsplätze müssen von 900 auf 1400 erhöht werden, damit wir unseren eigenen Bedarf an ÄrztInnen decken können. Das heutige System widerspricht dem Recht unserer jungen Leute, die gerne Medizin studieren möchten. Gleichzeitig werden AusländerInnen und Ausländer in die Schweiz geholt.
Fazit: MK Pa.Iv eingereicht: „Mehr Ausbildungsplätze in der Humanmedizin. Stopp dem drohenden Ärztemangel“ 14.407

 
Humanforschungsgesetz HFG Die Patient/innen, die sich für Heilversuche und Experimente zur Verfügung stellen, müssen vom HFG geschützt werden. Das Selbstbestimmungsrecht der Patienten soll endlich vor der Therapiefreiheit der Ärzte stehen – ohne Wenn und Aber!.
Fazit: Motion eingereicht, wurde abgelehnt. 14.3559 Abklärungen sind im Gang. Evtl. Pa.Iv einreichen.
 
E-Health Der Datenschutz muss gewahrt werden, Einträge in die Gesundheitskarte müssen freiwillig bleiben.
 
Präimplantationsdiagnostik PID Die Schweiz kann sich den neuen Entwicklungen wie PID nicht verschliessen. Aus Sicht der GLP und der SPO lässt dies unsere pluralistische Gesellschaft nicht zu. Der PID-Tourismus ins Ausland hat bereits begonnen. Deshalb ist es richtig, dass diese Untersuchungsmethode auch in der Schweiz angeboten wird. Die PID ist eine neue Möglichkeit, um viel Leid bei den betroffenen Familien zu lindern. 
 
Palliativ Care Die erste Hilfe wird von der Krankenkasse bezahlt, die letzte Hilfe aber nicht. Es wäre an der Zeit, die Palliative Care in die Krankenkasse aufzunehmen, dafür könnten unnötige Chemo-Therapien gestrichen werden. Medical Board Schweiz kann hier Hilfe leisten.
Fazit: Da ist noch einiges zu tun!
 
Hausarztmedizin Förderung und Ausbildung der Hausarztmedizin ist wichtig, da sonst die Gesundheitskosten noch mehr steigen werden.
Fazit: die Hausärzte haben sich zur Wehr gesetzt und viel gewonnen. Die GLP und SPO haben sie immer unterstützt.
 
Medikamente die unser Budget sprengen Weil immer mehr wirksame Medikamente auf den Markt kommen, die unser Budget sprengen, bedient sich das BAG einer Limitatio ohne medizinische Kriterien.
Sovaldi ein ausgezeichnetes Mittel gegen Hepatitis C, wobei eine Tablette Fr. 700.- kostet und noch weitere Medikamente dazukommen. Eine Behandlung kostet Fr. 80 000.-.
Über die medizinischen Kriterien müsste offen diskutiert werden.